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Radioaktivität der Objektive - Hintergründe

In den späten 60ern/frühen 70ern wurde radioaktive Spezialgläser verbaut

Die in den späten 60er/frühen 70er Jahren verbaute Spezialgläser enthielten üblicherweise Thoriumdioxid. Dieses (es liegt in Pulverform vor) kann dem geschmolzenen Glas zugesetzt werden, um die optischen Eigenschaften zu verbessern.

Eine der Hauptquellen für Thorium ist der Monazitsand, der bis zu 12% an Thoriumdioxid enthält. Abgebaut wird Thorium hauptsächlich in Australien und Norwegen (wo es 1828 auch erstmals nachgewiesen wurde), Sri Lanka und Kanada.

In Untersuchungen zeigte sich, daß die damals so hergestellten Gläser bis zu 17% (bezogen auf das Gewicht der Linse) an Thorium enthalten. Eine weitere Spezialanwendung (nicht bei SLR-Objektiven) war die Beschichtung der Linsen mit Thoriumtetrafluorid, um Spiegelungen zu unterdrücken.

Bei den in diesen Linsen vorkommenden Radionukliden handelt es sich um Thorium-232 und seine Zerfallsprodukte, darunter Radium-228, Thorium-228, Raduim-224 und Radon-220. Die Halbwertzeit der Thorium-232 beträgt 14 Milliarden Jahre.

Die Aktivität einer Linse mit 17% Thorium ergibt sich aus 0.7 kBq/g durch das Th-232 und 6.5 kBq/g durch seine Zerfallsprodukte.

Die Linsen geben sowohl Alpha-, als auch Beta- und Gamma-Strahlung aus dem Mix an Th-232 und seinen Tochter-Nukliden ab. Bei homogonen Linsen mit den besagten 17% Gewichtsanteil an Thorium ergeben sich Beta-/Gamma-Äquivalentdosen von bis zu ca. 100µSv/h in der Umgebung; ein direkt an die Linse gehaltenes Auge kann einer Alpha-Äquivalentdosis von bis zu 3 mSv/h ausgesetzt sein.

Die Äquivalentdosis fällt stark mit der Entfernung von der Linse ab, so daß eine signifikante Strahlendosis nur bei dauerndem Aufenthalt in direkter Nähe oder bei der Arbeit mit großen Mengen zu erwarten ist.
 

Remark: The information given on this page is partially taken from the Radiation Safety Handbook of the UK Ministry of Defence.